Schau dir deine Schatten an

Kein Mensch ist perfekt – jeder hat Schattenthemen. Wenn du die Aspekte deines Selbst, die du ablehnst oder für die du dich schämst, nicht anerkennst, wirst du nicht in der Lage sein, von dir und anderen vollständig akzeptiert zu werden. Dein höheres Selbst kannst du nur wahrnehmen, wenn es durch dich wirken darf und du dich nicht von dir selbst abgetrennt fühlst. Du kannst demnach in deinem Heilungsweg nur soweit vorwärtskommen, wie du dir deine Themen in dir selbst anschaust und die Teile untersuchst, die du bewertest. Schattenarbeit wird auch als Heilung des inneren Kindes beschrieben. Es ist die Bereitschaft, ehrlich wahrzunehmen, warum und wie man so reagiert, wie man es tut. Dabei geht es nicht darum, den Auslöser weg zu drücken oder sich an Gedanken und Emotionen zu klammern, sondern einfach nur darum, das, was in dir geschieht, auf nicht verurteilende Weise zu beobachten. Auf diese Weise beginnst du, mehr über deine automatischen Reaktionen zu lernen und darüber, welche Gedanken du während der emotionalen Reaktionen hast.

Die meisten Menschen haben viele Teile in sich, die sie verleugnen. Jedes Mal, wenn sie sich an etwas klammern oder etwas wegschieben, treffen sie auf einen Aspekt von sich selbst, der ängstlich ist. Wenn sie diese Angst (und alle anderen Gefühle) untersuchen und anerkennen, stellen sie vielleicht fest, dass ein Teil von ihnen bereit ist, mehr darüber zu lernen, wer sie sind.

Je mehr wir die Art und Weise, wie wir wirklich fühlen, anerkennen können, ohne uns daran festzuklammern oder sie wegzuschieben, desto mehr können wir sie loslassen, ohne in automatische Reaktionen zu geraten. Dann können wir uns dafür entscheiden, so zu reagieren, wie wir uns zu diesem Zeitpunkt am integersten fühlen, ohne die Verwirrung, in alten Denkmustern stecken zu bleiben, die nicht mehr funktionieren.

Schattenarbeit

Wenn das emotionale Pendel wieder ausschlägt, versuche folgende Übung:

  1. Atme tief in deinen Bauch, indem du das Auf- und Absteigen des Atems in deinem Bauch wahrnimmst – insbesondere im unteren Bauchbereich. Möglicherweise musst du die Spannung im Bauch bewusst loslassen, um wirklich zu spüren, wie der Atem ein- und ausströmt. Viele Menschen halten die Spannung dort, besonders wenn wir aufgeregt oder gestresst sind.
  2.  Nimm deine inneren Reaktionen wahr: wie denkst und fühlst du? Wo spürst du etwas in deinem Körper? Nimm alle Gedanken wahr. Nimm Enge in deinem Körper wahr.
  3. Ehre deine Gefühle ohne Beurteilung oder weitere Reaktion. Versuche weder, sie wegzustoßen, noch sich auf Gedanken, Worte oder Handlungen einzulassen, die auf ihnen aufbauen. Beobachte einfach und lass die emotionale Energie durch dich hindurchfließen. Atmen weiter. Sprich zu den Gefühlen, wenn dir das angenehm ist.
  4. Notiere, wie du auf das Gefühl reagiert hast, wiederum ohne zu urteilen. Wie denkst du über die Reaktion? Gibt es Einschnürungen in deinem Körper, wenn du darüber nachdenkst?
  5. Frage dich, ob die Gedanken, die über diese Emotion und diese Situation erzählt haben, wirklich wahr sind? Wenn du vor etwas Angst hast, frage dich, ob es in Ordnung ist, wenn das passiert. Vertraust du dem Universum?
  6. Kannst du auch nur einen kleinen Schritt zurücktreten und sehen, ob es eine größere Botschaft gibt, die dir zur Verfügung steht? Botschaften sind in jeder Situation verfügbar, insbesondere in solchen, durch die wir ausgelöst werden. Wir brauchen nur aufmerksam zu sein. Diese Botschaften können von unserem Körper, unserer Umgebung, von Liedtexten, Tieren usw. ausgehen. Tatsächlich können sich wiederholende Situationen selbst als Botschaften angesehen werden, dass etwas in uns um Aufmerksamkeit und Heilung bittet.

Schattenarbeit kann herausfordernd sein, aber es ist eine sehr lohnende Arbeit. Je länger du daran arbeitest, desto besser wirst du dich selber verstehen. Darüber hinaus wird dein Bedürfnis, andere zu beurteilen, nachlassen. Die Dinge, die wir bei anderen beurteilen, sind oft Aspekte von uns selbst, die wir nicht tolerieren können. Wenn wir heilen und Verständnis und Mitgefühl für die vielen Aspekte von uns selbst entwickeln, stellen wir fest, dass wir dasselbe auch für andere haben.

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