Geld, Reiki und bedingungslose Liebe – wie passt das zusammen?

Das Thema Geld scheint tief mit dem Selbstwert des Menschen verbunden zu sein. Das liegt daran, dass die spirituelle Sphäre mit der finanziellen unmittelbar verbunden ist. Wenn die Beziehung zum Geld geheilt ist, ist der Verdienst ein Ausdruck von Wertschätzung und Liebe.

Menschen haben Geld erschaffen. Im Laufe der Geschichte wurde es massiv missbraucht. Menschen wurden benutzt, gequält, erniedrigt und mit Geld vernichtet. Ursprünglich betrachtet ist Geld jedoch ein Ausdruck unserer Wertschätzung und gegenseitigen Liebe. Vielleicht müssen wir wieder lernen, den positiven Ausdruck des Geldes zu erkennen und zu fühlen.

Sprache, Geld und Spiritualität hängen ganz eng zusammen. Schauen wir uns den Begriff Erlös an. Erlös ist der Gewinn, den ein Geschäft abwirft. In Bezug auf die Spiritualität ist die Erlösung das höchste Ziel eines gläubigen Menschen! Oder der Begriff Zuwendung. Im monetären Bereich ist die Zuwendung die Bezahlung einer Leistung. In unserer emotionalen Welt ist Liebe und Zuwendung ein absolutes Grundbedürfnis. Das Wort Verdienst kommt von verdienen. Das Dienen ist das höchste Ziel eines spirituell suchenden Menschen. Wenn wir etwas nicht verdient haben, plagt uns das schlechte Gewissen. Es scheint fast so, als würde alles zu seinem gerechten Ausgleich kommen. Kredit und Schuld sind weitere emotionale Begriffe, mit denen nicht nur im Finanzbereich jongliert wird.

Bereits Dr. Usui hat Anfang des 20. Jahrhunderts festgestellt, dass Reiki ohne Entlohnung nicht gut angenommen wird. Geld ist ein Energieaustausch für eine sinnvolle und schöne Arbeit. Aber machen wir uns doch nichts vor: das richtig große Geld wird nicht in Heilberufen gemacht, sondern in der Wirtschaft und an der Börse.

Freunde, Familie und Notfälle auf der Straße – sie alle werden von mir kostenlos behandelt. Aber wer einen Termin macht oder ein Seminar bucht, nutzt meine wertvolle Zeit und bekommt eine Leistung, die entsprechend entlohnt werden muss. Energieaustausch funktioniert folgendermaßen: Wenn jemand empfangen möchte, sollte er auch bereit sein zu geben. Darüber hinaus geht es um Wertschätzung. Biete ich also Reiki kostenlos an, hat es den Anschein, nichts wert zu sein. Aber die Zeit, Mühe und das Geld, das in das Lernen von Reiki, den Aufbau meiner Fähigkeiten und in die Praxisräume geflossen sind, kommen noch als Kosten oben drauf. Mein größter Anreiz, Reiki zu geben, ist jedoch nicht der Verdienst des Geldes, sondern der Ansporn, anderen zu helfen.

Wer liebt, was er tut, macht es anderen leicht, Geld für diese Tätigkeiten angemessen bezahlen zu lassen. Jeder Mensch ist es wert, in Fülle zu leben! Ein bewusster Umgang mit Geld und das Kreieren eines Füllezustandes gibt Verantwortung fürs eigene Leben. Du lernst für dich selber zu sorgen und gleichzeitig anderen zu dienen. Letztlich muss also jeder Reiki-Praktizierende für sich die richtige Höhe der Entlohnung herausfinden. Die Preise sollten erschwinglich sein – auch für Menschen, denen es finanziell schlechter geht.

4 Antworten auf „Geld, Reiki und bedingungslose Liebe – wie passt das zusammen?“

  1. Derjenige, der wirklich dafür bestimmt ist, andere Menschen mit REIKI zu behandeln oder sie einzuweihen, wird mit finanziellen Dingen keinerlei Probleme haben. Er lebt mit, aber nicht von REIKI. Gleich-gültig, ob er für seine Leistungen Gegenleistungen bekommt oder nicht.

    Ich weiß, dass dies keine populäre Behauptung ist, aber dennoch ist es eine Tatsache. REIKI-Anbieter, die sich durch REIKI-Behandlungen oder Einweihungen einen Verdienst erhoffen, können nicht frei von Erwartungen sein. Sie müssen sich wohl oder übel danach richten, dass sie zumindest ihre Unkosten erstattet bekommen. Das schafft Unfreiheit und hat deshalb beim Praktizieren von REIKI nichts verloren. Wer dann erst einmal bemerkt hat, wie mit REIKI Geld zu verdienen ist, für den ist es dann nur noch ein kleiner Schritt zur gnadenlosen Vermarktung. Häufig merken es die Betreffenden nicht einmal, wie sie nach und nach ihre eigene heilige Kuh schlachten. Deshalb ist es für einen REIKI-Behandler/Lehrer wichtig, nicht auf etwaige Verdienste angewiesen zu sein. Zu können, aber nicht zu müssen, ist die beste Grundlage.

    Es ist schon schlimm genug, dass sich unsere medizinische Versorgung im allgemeinen mehr und mehr nach wirtschaftlichen Aspekten richtet. Es ist ein schleichender Prozess, der mit Mitgefühl für andere beginnt und im persönlichen EGOismus endet. REIKI sollte sich damit nicht gemein machen.

    Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass diejenigen, die REIKI wirklich zu schätzen wissen, auch nichts geschenkt haben wollen. Ihnen ist es ein Bedürfnis, eine Gegenleistung erbringen zu können, damit sie nicht in der Schuld des REIKI-Gebers verbleiben. Das ist ein legitimer Wunsch, dem man Rechnung tragen sollte. Deshalb ist es ein Glück, dass REIKI noch nicht zu den Leistungen gehört, die von den Krankenkassen übernommen werden, denn die Schattenseite unseres Gesundheitssystems ist, dass sie den Wunsch nach Gesundheit zum Nulltarif gefördert hat, aber keineswegs das Bewusstsein für Eigenverantwortung und Eigenleistung.

    Auch der REIKI-Praktizierende selbst kann über das Thema “REIKI und Geld” viel über sich selbst in Erfahrung bringen, so er sich dieser Frage tatsächlich selbstkritisch stellt und seine persönlichen Ansichten nicht einem vielleicht populär oder altruistisch anmutenden Trend unterwirft. Denn durch diesen sehr weltlichen Aspekt kann sich zeigen, ob der Wunsch, REIKI-Behandler oder Lehrer zu sein, wirklich zum eigenen Lebensweg gehört oder ob es nur eine Illusion ist.

  2. Danke für dein Feedback.
    Hier noch eine zusätzliche Bemerkung bzgl. „authentisches REIKI“ Authentisch bist du aber nur dann, wenn du aus deiner Seele zu schöpfen vermagst. Sozusagen dich von der Gewalt befreit hast, die alle Wesen bindet… nämlich deinem EGO.

    1. Lieber Dan,
      Barbara Simonsohn hat dem authentischen Reiki den Namen gegeben, weil es wohl auch Reikisysteme gibt, die nicht authentisch sind bzw. nicht mit universeller Energie arbeiten. Für mich persönlich ist das authentische Reiki authentisch, weil die sieben Grade jeweils ein Chakra harmonisieren und es für mich keinen Sinn ergibt, warum beim dritten Grad (Meistergrad nach Usui) die Reise durch die Chakren und damit auch die Lebensthemen zu Ende sein sollte (zumindest was die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit angeht). Ich bin mit dem Begriff Authentizität ganz bei dir und denke auch, dass man nur authentisch ist, wenn das Ego klein gehalten wird und man direkt aus seiner Seelenessenz schöpfen kann. Das macht die Meisterschaft in diesem Leben wahrhaftig aus und das Leben so spannend…

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